Es war die schlechteste Zweitliga-Saison der Geschichte des 1. FCN: Nur knapp hat er den Abstieg in die 3. Bundesliga verhindert. Noch nie hat er seltener in einer Zweitliga-Saison gepunktet als 2019/20, nie hat er mehr Tore kassiert, nie weniger Spiele gewonnen. Was Du als Nürnberger:in zur neuen Saison wissen kannst, um mitzureden.

Der FCN, erklärt für Dummies, zum Mitreden in der neuen Saison

12. September 2020

Es war eine der schlechtesten Zweitliga-Saisons der Geschichte des 1. FCN: Nur knapp hat er den Abstieg in die 3. Bundesliga verhindert. Noch nie hat er seltener in einer Zweitliga-Saison gepunktet als 2019/20, nie hat er mehr Tore kassiert, nie weniger Spiele gewonnen, schrieb beispielsweise der Blog Clubfans United. Größer sind also die Hoffnungen der Clubbfans auf die neue Fußball-Bundesliga-Saison, die in Zeiten von Corona unter ganz neuen Vorzeichen steht. 

>>>Fortsetzung aus dem Newsletter: Keinen Bock auf Geisterspiele

Die Hoffnung der von uns befragten Clubbfans: Sobald es die Corona-Pandemie zulässt, wieder Spiele im Stadion anschauen. Denn Fan des 1. FCN zu sein, hat für sie mehr als nur mit dem Lederstück auf dem Rasen zu tun.  “Für mich machen 70 Prozent den Blick aufs Spielfeld aus. Die anderen 30 Prozent sind die Leute, die Atmosphäre im Stadion”, sagt beispielsweise Clubbfan Ralf Peisl.

Dementsprechend kalt und unattraktiv empfinden die meisten Clubbfans die bis dato abgehaltenen Geisterspiele ohne Zuschauer aufgrund der Corona-Vorgaben, die die DFL auf Drängen der großen Bundesligavereine durchgesetzt hat. Ja, sagt Marco Richter, 3. Vorsitzender des Fanclubs „Rot-Schwarz-Beglubbte“ bei der Beziehung zum 120 Jahre alten 1. FC Nürnberg schwinge für ihn und viele andere “ganz viel Fußballromantik mit”.

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Finanzielle Situation

Weniger Romantik als vielmehr nackte Zahlen zählen im Finanziellen. Die FCN-Pressestelle hat ein Interview mit Lokalblog-nuernberg.de mit Verweis auf die unklare Zuschauersituation abgelehnt und auch eingereichte Fragen bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags unbeantwortet gelassen. Fans und Beobachter bescheinigen dem FCN jedoch eine gute wirtschaftliche Arbeit, dem es auch gelänge, den Verein in der Stadt zu verankern (Bude am Christkindlesmarkt 2019 oder das „Clubhaus“ als neue Anlaufstelle/ Fanshop in der Innenstadt beispielsweise).

Wir investieren in die Marke (Vertrauen und regionales Bekenntnis), in Steine (Sportpark am Valzner Weiher, Clubhaus und die Infrastruktur des Stadions) sowie in Beine (Nachwuchsleistungszentrum und Lizenzspieler.“

Finanzvorstand des 1. FCN, Niels Rossow

Niels Rossow war es, der als Finanzvorstand die wirtschaftliche Situation des Vereins seit 2018 weitgehend stabilisierte (Rekordumsatz von 72,9 mio. Euro. in der Abstiegssaison 2018/19; verdoppelter Markenwert sowie halbierte Verbindlichkeiten in der selben Saison). Doch dann kam die Corona-Pandemie – und ein Fast-Abstieg in die 3. Bundesliga. Letzteres führte zu einem krassen Minus bei den TV-Geldern, die auf die Bundesliga-Clubs verteilt werden (künftig nur noch rund 15 statt bisher 35 mio Euro). Diese machten bisher nahezu die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.

Wie hart die Auswirkungen der Corona-Pandemie den Clubb tatsächlich getroffen haben, werden die Bilanzen für die Saisons 2019/20 und 2020/21 zeigen. Erstere müsste laut Vereinssatzung bis spätestens Anfang Oktober bekannt gegeben werden. Schon jetzt ist klar: Die fehlenden Einnahmen aus den Eintritsskarten-Verkäufen, die sonst etwa ein Viertel der jährlichen Gesamteinnahmen ausmachen (Wirtschaftsbericht 2018/19) werden kräftig zubuche schlagen.

Appell an Dauerkartenbesitzer

Foto: Badi Khlif

Dementsprechend berichtete das Magazin Kicker bereits im April, also zu Beginn der Corona-Pandemie, dass wohl auch beim FCN “an allen Ecken und Enden” gespart werden müsse: “Dies belegt schon die Bitte an die Dauerkartenbesitzer” heißt es dort, “das Geld für die ausstehenden Spiele nicht zurückzufordern.” Bis Ende Juli sind laut nordbayern.de etwa 10.000 der insgesamt 25.000 Dauerkartenbesitzer:innen der Bitte gefolgt und haben sich ihre Tickets nicht zurückerstatten lassen.

Des Weiteren verzichten Spieler auf Teile ihrer Gehälter und Mitarbeitende gingen freiwillig in Kurzarbeit, um die hohen Personalkosten in diesen Zeiten zu drücken. Sie machten laut dem Wirtschaftsbericht der Saison 2018/19 ein Drittel der Gesamtausgaben aus. Auch die Stadt Nürnberg, über deren Stadion-Betriebs GmbH der 1. FCN das Max-Morlock-Stadion für Spieltage angemietet hat, kommt dem Clubb entgegen.

Stadt drückt den Mietpreis fürs Max-Morlock-Stadion

Recherchen des Lokalblogs-nuernberg.de haben ergeben, dass der 1. FCN an den Geisterspieltagen der vergangenen Saison einen Mietnachlass bekommen hat. Wie hoch die Stadionmiete regulär ist und in welcher Höhe Mietnachlass in der vergangenen Saison gewährt wurde, dazu wollte sich der zuständige 3. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) nicht äußern – „das ist Vertragsgegenstand“.

Er bestätigte jedoch, dass die Gespräche für die kommende Saison fortgesetzt werden. Diese Woche erwarten Stadt und FCN eine Information von der bayerischen Staatsregierung, ob Fans auf Probe wieder ins Stadion gelassen werden dürfen. Einer Bevorteilung des Clubbs gegenüber anderen Nürnberger Sportvereinen durch den Mietnachlass verwehrt sich Bürgermeister Christian Vogel: Der 1. FC Nürnberg bekomme als Bundesligaverein im Vergleich zu anderen Nürnberger Vereinen keine Unterstützung aus den Corona-Hilfsprogrammen des Bundes oder der Länder.

Namen, die man sich merken sollte: Hecking, Klauß und Schweinsteiger

Unabhängig von der finanziellen Situation, hat sich der FCN auch sportlich neu aufgestellt: Viele neue Akteure kamen hinzu: Der Trainerstab sowie die Mannschaft wurden weitestgehend erneuert und verjüngt. Einige Namen kennt der eine oder die andere vielleicht (noch).

Als neuer Sportvorstand kehrt zum Beispiel Dieter Hecking zum 1. FC Nürnberg zurück. Als Trainer prägte er von 2009 bis 2013 die letzte erfolgreiche Phase des Vereins. Er kennt die Struktur des FCN wie seine Westentasche und genießt auch bei den meisten Fans ein hohes Ansehen, wie Charlie Steinmetz vom Fanclub der Exil-Franken „Frankenmissionare München“ deutlich macht: „Hecking ist ein echter Glücksgriff für uns.“

Dieser war es auch, der den neuen, jungen Trainer Robert Klauß vom RB Leipzig nach Nürnberg geholt hat und der hier eine dynamische Spielweise durchsetzen soll. Ihm wird zukünftig Tobias Schweinsteiger als Co-Trainer zur Seite stehen. Der Bruder des Ex-Nationalspielers Bastian Schweinsteiger hatte seine Trainer-Ausbildung mit Bestnoten abgeschlossen.

Das ambitionierte Spiel von Robert Klauß umsetzen soll künftig eine Mischung junger, vielversprechender Talente und erfahrener Spieler. Darunter drei Leihgaben – der U-19-Nationalspieler Tom Kraus vom RB Leipzig sowie zwei Männer vom Drittligameister FC Bayern II (der neuseeländische Nationalspieler Sarpreet Singh sowie U-19-Torwart Christian Früchtl). Torgefährlicher soll den Clubb Manuel Schäffler im Sturm machen. Außerdem konnte mit Fabian Nürnberger ein Schlüsselspieler gehalten werden, der in den Relegationsspielen überzeugt hat und verpflichtet wurde auch Pascal Köpcke (Hertha BSC Berlin), Sohn des legendären Torwarts und ehemaligen FCN-Spielers Andreas Köpckes.

“Bitte nicht direkt Aufstiegs-T-Shirts drucken”

Seine Neuausrichtung nach der schwierigen, vergangenen Saison hat der 1. FC Nürnberg also bereits angegangen. Es liegt nun am Sport- sowie dem Finanzvorstand, den Verein weiter in ein ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Die Erwartungen der Fans sind klar: Mal im Mittelfeld mitspielen und “a bissel was fürs Auge”, wünscht sich Charlie Steinmetz vom Fanclub „Frankenmissionare München“ und formuliert damit einen Wunsch vieler Fans. Vom Wiederaufstieg träumen die wenigsten. Dennoch warnt Clubbfan Ralf Peisl: „Wenn wir ehrlich sind, ist doch das gesamte Umfeld leicht manisch depressiv: Sobald man ein Spiel gewinnt, überlegt man direkt Aufstiegstrikots zu drucken.”

Das Ausgliederungsgespenst

Leo Stöcklein von der Initiative „Mein Club, Mein Verein“ hofft unterdessen, dass auch das “Ausgliederungsgespenst” dort bleibt, wo es die letzten Jahre weitestgehend steckte – in einer Schublade ganz weit unten. “Denn sobald es nicht läuft, schieben es einige rein auf die Finanzen und meinen, eine Ausgliederung der Profi-Abteilung vom Hauptverein in eine Kapitalgesellschaft mit starkem Investor würde alle Probleme lösen.” Auch unter den von uns befragten, kam diese Idee mehrfach zur Sprache. „Doch auch dann stehen die Großsponsoren ja bei uns nicht Schlange“, so Leo Stöcklein.

Für ihn und die anderen rund 15 Personen, die sich 2016/17 in der Initiative “Mein Club, mein Verein” zusammengeschlossen haben und als Interessensvertretung der Ausgliederungsgegner sehen, wäre dieser Schritt „ein Verkauf unserer Seele“ – oder wie der Nürnberger Sportökonom Johannes Kopkow die Motive von Ausgliederungsgegnern beschreibt: „Traditionsgedanke und eine Haltung gegen die fortschreitende Kommerzialisierung“ im Fußball.

Des Weiteren bestehe laut Leo Stöcklein von der Initiative „Mein Club, Mein Verein“ die Gefahr, dass Fußball-Funktionäre zugunsten von externen Geldgelbern unmoralisch handeln. Als Beispiel nennt er den FC Bayern München und dessen Trainingslager in Katar. Dort wurden Stadien für die WM unter unwürdigsten Bedingungen gebaut. Der FCN, so Leo Stöckleins Forderung, solle sich auch in der Zukunft von solch ominösen Partnern fern halten.

Fakt ist: “Bundesliga-Clubs, die als Verein organisiert sind, lassen sich mittlerweile an einer Hand abzählen: Schalke, Freiburg, Union Berlin und Mainz“, erklärt Johannes Kopkow. Der Großteil firmiert wie beispielsweise der FC Bayern München, Borussia Dortmund oder der VfB Stuttgart als Kapitalgesellschaft. Doch es gibt genug Beispiele dafür, dass eine Ausgliederung nicht zwangsläufig sportlichen Erfolg bringt. 

So funktioniert der FCN als eingetragener Verein. Darstellung: Alexander Zitzke/ Moritz Gericke

Mitglieder wollen weiterhin mitreden

Ausgliederung, ja oder nein? Im 1. FC Nürnberg wird diese Diskussion (die in den vergangenen Jahren deutlich ruhiger wurde) wohl noch viele Jahre geführt werden – zu unterschiedlich sind die einzelnen Positionen. “Anstatt der Ausgliederung könnte man auch auf ein Mischverhältnis setzen, also einen großen Teil des Aufsichtsrates mit eigenen Mitgliedern besetzen und den Rest dann von extern dazu holen“, erklärt Florian Haffner vom Fanclub „Rot-weiße Schlachtenbummler“ eine ebenfalls nicht neue Alternative, die auch Charlie Steinmetz von den „Frankenmissionaren“ gefällt, weil so aus seiner Sicht „eine gute Mischung aus kaufmännischer, wirtschaftlicher und sportlicher Expertise zusammen käme.“

Doch auch das muss man wollen: Die Initiative “Mein Club, Mein Verein” hatte 2017 einen in diese Richtung gehenden Satzungsänderung-Antrag eingebracht. “Schon allein das wurde wegen der Beschneidung des Mitspracherechts der Mitglieder abgelehnt”, erinnert sich Michael Gsell von der Initiative.

Der Sportökonom Johannes Kopkow gibt dem 1. FCN deshalb folgenden Rat: Er sei im Grunde „gut darin beraten, den aktuellen Weg weiter zu gehen und derartige Gedanken erst wieder transparent zu diskutieren, wenn überhaupt starke wirtschaftliche Partner an einem langfristige Einstieg interessiert sind.“

Eine Liga, in der nur noch der Club mit der meisten Kohle gewinnt

Zugleich ist diese Thema und die damit verbundene Frage nach einem starken Sponsor nicht nur eine Frage für die einzelnen Bundesliga-Clubs. “Da muss doch die Deutsche Fußball Liga (DFL; Anmerkung der Redaktion: übrigens auch eine GmbH) mal Stellung beziehen, welche Vereine sie in der Liga möchte. Wer wird denn wohl gewinnen, wenn jeder Verein einen großen Geldgeber im Rücken hat. Doch nur der mit dem meisten Geld, weil er die besten Spieler und Trainer kaufen kann”, meint beispielsweise Marco Richter, 3. Vorsitzender des Fanclubs „Rot-Schwarz-Beglubbte“.

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In den USA sind Spielergehälter bereits gedeckelt

Deshalb hoffen viele Fans, nicht nur die vom 1. FCN, dass Corona allgemein zum Überdenken des Systems führt – Gehälter für Spieler und deren Berater gehören gedeckelt, meinen sie. “Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss das aber ligenweit oder gleich international gelten”, sagt Florian Haffner vom Fanclub „Rot-weiße Schlachtenbummler“. Ein Vorbild hierzu könnten die NBA-Basketball-Liga in den USA sein, wo Teams prinzipiell eine Obergrenze von 109.104.000 US-Dollar für ihr jährliches Spielerbudget haben.

Ebenfalls eine Drehschraube für die DFL – sofern sie dies wollte (bislang nicht): Die TV-Einnahmen gehören aus der Sicht vieler Clubberer gerechter verteilt. Die 1,16 Milliarden Euro, die in der Saison 2019/20 auf dem Tisch lagen, verteilt die DFL an die Clubs der ersten beiden Ligen. Dabei fällt laut dem Magazin „Kicker“ zu 70 Prozent das Abschneiden der letzten fünf Jahre ins Gewicht, wobei die letzte Saison am höchsten bewertet wird. Wer also frisch den Aufstieg schafft, wird nie das Budget lange schon in der Liga-spielender Vereine haben. Die Konsequenz: Der FC Bayern München kam in der vergangenen Saison auf mehr als 110 Mio. Euro an TV-Zuschüssen. Ihr zukünftiger Liga-Konkurrent SC Paderborn wurde dagegen mit gerade einmal rund 30 Mio. Euro bedacht.

 Der Sportökonom Johannes Kopkow von der TH Nürnberg meint dazu: „Es ist wichtig, dass Clubs für ihre sportliche Leistung bezahlt werden.” Aber es müsse darüber nachgedacht werden, wie die einzelnen Säulen gewichtet werden. Es müsse stärker belohnt werden, wie viele Jugendspieler sich in der Mannschaft einen festen Platz erspielt haben und der Faktor Nachhaltigkeit müsse im schnelllebigen Fußballgeschäft einen höheren Stellenwert bekommen.“ Der 1. FC Nürnberg hätte da laut Leo Stöcklein von „Mein Club, Mein Verein“ auch eigene Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen oder zumindest Stellung zu beziehen: „Nur Union Berlin hat gegen das Hygienekonzept und den Wiederanpfiff mit Geisterspielen gestimmt. Da hätte ich mir mehr Mumm erhofft.“

Was der FCN womöglich von anderen Sportvereinen lernen kann

Eins vorweg: Ja, die Strukturen, finanziellen Möglichkeiten und Co. sind immens verschieden. Dennoch hat jeder Sportverein schon einmal schwierige Zeiten durchgemacht – und zeigt damit, wie es weitergehen kann. Lokalblog-nuernberg.de hat ein paar Mutmacher gesammelt.

Pfeif auf den Aufstieg (SC Freiburg e.V.; 1. Fußball-Bundesliga)

„Der SC Freiburg definiert für sich als Ziel, dauerhaft bei den TOP 24 in Deutschland dabei zu sein. Daher ist die Frage nach ,den Ambitionen vorne mitzuspielen‘ beantwortet. Mit einem Blick auf Stadiongröße und Etat auch…“ (Sascha Glunk, Pressesprecher des SC Freiburg, der bis auf den Ab-/Aufstieg2014/15 und 15/16, nie was mit dem Auf- aber auch nicht mit dem Abstieg zu tun hatte)

Ein Sponsor, der fränkisch spricht (Nürnberg Icetigers)

„Mehr als 50 Prozent des jährlichen Etats“ hat das Sponsoring von Thomas Sabo bei den Nürnberg Icetigers (Rechtsform: GmbH) laut Icetigers-Geschäftsführer Wolfgang Gastner ausgemacht. Als sich der Schmuckhersteller im Frühjahr 2020 zurückzog, begann die Suche nach einem Nachfolger. „Bis dato hatten wir ein Riesen-Puzzleteil mit kleineren Teilen drumherum. Es wurde ersetzt durch zahlreiche mittlere.“ Denn als die Strahlkraft wegfiel, wurden die Icetigers laut Wolfgang Gastner auf einmal auch für andere Werbepartner wieder attraktiver. Besonders wichtig sei ihm bei der Wahl des neuen Hauptsponsors neben „der gemeinsamen Basis, Vision und gleichen Zielen“ die regionale Verbundenheit gewesen: „Es ist doch einfach sympathisch, wenn der Hauptsponsor in der Pressekonferenz fränkisch spricht“, so der Geschäftsführer.

Dem Nachwuchs Zeit geben (NHTC, Bundesliga-Hockey)

„Der FCN steht aufgrund des Geldes und der Professionalisierung enorm unter Druck. Spieler zu entwickeln ist da deutlich schwieriger als bei uns. Wir schauen bei der Auswahl genau hin, aber dann wird ein Talent aus der U17 bei uns solange gefördert, bis er seine Leistung bringt. Das braucht manchmal Geduld. Und im Fußball erzeugt das Geld die Hektik, weil jeder, der was reinsteckt, einen schnellen Return of Invest möchte. Bei uns gibt es keine hektischen Wechsel. Teilweise haben wir keinen einzigen im Jahr. Doch diese Kontinuität hat sich bisher immer ausgezahlt.“ (Berthold Mitrenga, Präsident des Nürnberger Hockey- und Tennisclubs e.V.) Wenngleich das Prinzip im Fußball ein völlig anderes ist, wünschen sich auch manche Clubbfans etwas mehr Konstanz im Nachwuchsbereich.

Eine Vereinsfamilie, die bindet (Nürnberg Rams, American Football)

„Beim FCN sind die Spieler aufgrund der Gehälter ja eigentlich Angestellte. Für uns ist der Sport ein Hobby. Dementsprechend wird ganz anders zusammengehalten. Im finalen Relegationsspiel stand unser Quarterback mit fast 40 Grad Fieber am Spielfeld. Auch umgekehrt sind die neun Trainer pro Mannschaft sehr bemüht ums Team. Spieler, Trainer und Fans sind dem Verein sehr verbunden. Dieser Spirit überträgt sich auf die Sponsoren: Bis auf einen hielten uns alle trotz Corona die Stange.“ (Alex Schweiger, Präsident der Nürnberg Rams)

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