Jeden dritten Tag bringt ein Mann in Deutschland seine (Ex-)Partnerin um - besonders häufig, wenn sie sich von ihm trennt oder es ankündigt. Jede vierte Frau hat schon mindestens einmal Gewalt von ihrem (Ex)-Partner erfahren. Richtig: jede vierte. Zähl ruhig mal durch, wenn du das nächste Mal U-Bahn fährst. Durch die Kontakteinschränkungen während der Corona-Pandemie hat sich die Lage zusätzlich zugespitzt. Doch was tun? Wir haben mit Geschädigten und Helfenden gesprochen. Und wir stellen Dir als allererstes Medium eine neue Fachstelle in Nürnberg vor, die sich den Täter:innen annimmt.

Gewalt in der Partnerschaft: „Warum gehst du denn nicht einfach?“

29. September 2020

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Vorab ein wichtiger Hinweis: In diesem Text geht es zur Sache. Es kommen Schilderungen emotionaler, aber auch brutaler körperlicher und sexueller Gewalt vor. Bitte lies nur weiter, wenn du in der entsprechenden psychischen Verfassung bist.

Jasmin S. ist 31 Jahre alt, über 1,80 Meter groß, seit zehn Jahren mit ihrem Partner zusammen und hat eine kleine Tochter mit ihm. Im Gespräch wirkt sie selbstbewusst und reflektiert. Doch ihr wachsendes Selbstbewusstsein passt ihrem Partner nicht: “Er macht mich bei jeder Gelegenheit klein: Er gibt mir zum Beispiel die Schuld, wenn er einen Parkplatz übersieht – ich hätte ihn darauf aufmerksam machen müssen.” Um ihn bei Laune zu halten, hat sie regelmäßig Sex mit ihm, obwohl sie längst keine Lust mehr darauf hat. Gleichzeitig schmiedet sie Pläne, wie sie ihn – trotz wirtschaftlicher Abhängigkeit – verlassen kann.

Das ist eine ganz typische Geschichte, sagt Sabine Böhm von der Frauenberatung Nürnberg. Sie hat schon vielen Frauen geholfen, sich aus gewaltvollen Beziehungen zu befreien. Doch so schwer verständlich das für Außenstehende ist: Nicht alle Geschädigten verlassen den Täter – oder jedenfalls nicht sofort. Woran liegt das?

Vor dem Faustschlag kommt das psychische Kleinmachen

“Es fängt ja nicht mit einem Faustschlag an”, erklärt Sabine Böhm. Zuvor höhle der Täter ganz systematisch das Selbstwertgefühl der Betroffenen aus. Oft beginnt es mit ganz kleinen Bemerkungen. Darauf angesprochen, leugnet der oder die Täter:in häufig, dass es so gemeint war. Das nennt man „gaslighting“ und ist typisch für gewaltvolle Beziehungen. „Wenn es schließlich zu schlimmen Demütigungen oder körperlicher Gewalt kommt, wird dieser Schritt gar nicht mehr als so krass wahrgenommen. Vielleicht hat man es ja sogar verdient? Solche Gedanken sind ganz typisch“, sagt Sabine Böhm.

Wo beginnt Gewalt?

Häusliche Gewalt fängt nicht erst beim Schlagen an. Emotionale und psychische Gewalt verletzen auch. Andererseits gibt es Beziehungen, in denen es beide okay finden, sich im Streit auch mal anzuschreien oder einen Teller an die Wand zu werfen. „Es hängt stark davon ab, wie die Betroffenen es selbst empfinden. Wenn es sich für dich schlecht anfühlt, darfst du gehen – ob du es nun als Gewalt bezeichnen willst oder nicht“, betont Sabine Böhm von der Frauenberatung Nürnberg.

Bei Fryda K. war es die Hoffnung, der Partner könne sich ändern. „Ich bin christlich erzogen worden und glaube an das Gute im Menschen“, sagt die 23-Jährige. Ihren Partner lernte sie bei der Arbeit kennen – beide sind Rettungssanitäter. Nachdem sie zusammengezogen waren, begann er, sie zu verprügeln. Hinterher entschuldigte er sich stets wortreich und machte Versprechungen. Gleichzeitig betonte er immer wieder, dass sie nichts wert sei, erinnert sich die junge Frau und wischt sich die Tränen aus den Augen. Verwunden hat sie das Geschehen noch lange nicht.

„Es war mir egal, ob ich überlebe oder nicht“

Gabi H. erzählt: „Nach und nach gab es eine Steigerung in eine Spirale aus Gewalt und Kontrolle. Es fing damit an, dass er mich kontrolliert hat. Ist bei meiner Arbeit aufgetaucht, stand auf einmal hinter mir (Spielplatz, Park, Schwimmbad – wo auch immer) und hat mein Handy kontrolliert. Dann wurde er laut. Dann drohte er. Dann schlug er zu. Dann hörte er nicht mehr auf zu schlagen, hat sich auch nicht mehr entschuldigt, sondern mir die Schuld gegeben („Provozier mich halt nicht“) und ich habe ihm innerlich recht gegeben. Als die Vergewaltigungen anfingen, habe ich mich aufgegeben. Es war mir einfach egal. Es war mir auch egal, ob ich das überlebe oder nicht.“

Häusliche Gewalt beginnt weit vor Handgreiflichkeiten. Die Zeichnungen haben zum Schutz der Interviewten keinerlei Ähnlichkeiten mit ihnen. Zeichnungen: Alexander Zitzke

Weil Gabi H. nach vier Kindern nicht mehr schwanger werden soll, vergewaltigt ihr Mann sie anal. Einmal verletzt er sie dabei so massiv, dass sie anschließend im Bad fast verblutet. Erst da schafft sie es, sich endlich von ihm zu trennen. „Nach der Trennung hat er zwei Mal meine gesamte Wohnung zerlegt – so dass wir nicht einmal mehr einen heilen Teller im Schrank und nicht ein heiles Möbelstück hatten.“

Warum hat sich Gabi H. nicht schon früher von ihrem Mann getrennt? Zum einen hatte sie schon in ihrer Kindheit Gewalt und Demütigung erfahren. „Ich hatte kein Mitgefühl mit mir, ich hatte das verdient, so unzulänglich wie ich war.“ Dann war da die Angst, was er tun würde, wenn sie sich von ihm trennt – vor allem die Angst davor, dass er den Kindern etwas antun könnte. „Heute bin ich sicher und fühle es auch meistens. Ich werde es nie ganz loswerden, fürchte ich. Aber ich kann wieder leben und lachen und lieben. In Sicherheit. Mit wenig Angst. Das reicht.“

Nirgends sind Frauen so gefährdet wie in ihren vier Wänden

Bist du eine Frau? Wenn ja, dann meidest du vermutlich nächtliche Parks und ähnliche gefährliche Situationen. Tatsächlich sind Frauen aber ausgerechnet dort am meisten gefährdet, wo sie sich am sichersten fühlen: 114.000 Frauen haben allein 2018 Gewalt durch (Ex-)Partner erlebt, schreibt das Bundeskriminalamt in seiner kriminalstatistischen Auswertung zur Partnerschaftsgewalt in Deutschland. Betroffen sind alle Gesellschaftsschichten und alle Altersgruppen. Übrigens: Die Dunkelziffer wird noch um ein Vielfaches höher geschätzt. Laut einer Dunkelfeldstudie zeigen nur etwa 16 Prozent der Geschädigten den Täter an. 122 Frauen wurden 2018 in Deutschland vom Ehemann, Partner oder Ex-Partner umgebracht – die Hälfte davon, weil sie sich trennen wollten oder es schon getan hatten. In Nürnberg versuchten 2019 drei Männer (erfolglos), ihre Partnerinnen zu töten, schrieb uns das Polizeipräsidium Mittelfranken auf Anfrage. Die Beamt:innen wurden etwa 3400 Mal zu Vorfällen häuslicher Gewalt in Mittelfranken gerufen.

Die drei Phasen der Gewaltspirale in Beziehungen

1. Spannungsaufbau: Zunächst baut sich Spannung auf. Häufig versucht der/die Geschädigte in dieser Phase zu deeskalieren und vermeidet Situationen, die das Gegenüber reizen könnten.

2. Gewalteskalation: Die Spannung entlädt sich, es kommt zur Gewalt.

3. Reue/Versöhnung: Der/die Täter:in zeigt Reue, entschuldigt sich, verspricht Besserung, macht Geschenke. Es folgt eine Phase der Versöhnung, in der sich beide Seiten Mühe geben und Harmonie herrscht. Der/die Geschädigte schöpft Hoffnung, dass sich vielleicht doch etwas ändert – bis zum nächsten Spannungsaufbau.

Auch Männer werden gedemütigt und geschlagen

Auch Männer sind betroffen, allerdings in deutlich geringerem Maße: Über 81 Prozent der erfassten Geschädigten von Partnerschaftsgewalt waren 2018 Frauen – eine Zahl, die laut Polizeisprecherin Elke Schönwald auch für Nürnberg und Mittelfranken gilt und seit Jahren konstant ist. Wie hoch genau der Anteil männlicher Geschädigter ist, darüber kann man nur spekulieren. Das Deutsche Ärzteblatt schreibt, dass womöglich noch weniger Männer als Frauen Anzeige erstatten. Auch Christian R. hat das nie getan. Der 55-Jährige hat (wie übrigens die meisten Geschädigten und auch Täter:innen) bereits in seiner Kindheit Gewalt erfahren.

Seine letzte Partnerin kontrollierte ihn, er durfte nicht die Wohnung verlassen und sie stellte ihn als Lügner hin. Das Schlimmste war für ihn, dass sie ihn regelmäßig zum Sex nötigte. „Komm her, verwöhn mich“, sagte sie dann, und es war keine Frage, sondern ein Befehl. Gehen konnte der 55-Jährige lange nicht, weil er sich keine eigenen Wohnung leisten konnte.

Warum es eine gute Idee ist, auch den Täter:innen zu helfen

Puh. Und was nun? An dieser Stelle könnten wir die vielen Hilfsangebote für Betroffene von Gewalt auflisten und uns verabschieden. Und klar, diese Angebote sind superwichtig und wir werden sie unten auch verlinken. Aber: Das kann doch nicht alles sein. Denn selbst wenn ein:e Geschädigte:r es schafft, sich zu trennen, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und ein neues Leben zu beginnen, was passiert dann mit dem Täter (oder der Täterin)? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich erlernte Muster in der nächsten Beziehung wiederholen und neue Geschädigte generiert werden? Genau: ziemlich hoch. Die Spirale der Gewalt muss durchbrochen werden. Und hier kommt Täter:innenarbeit ins Spiel.

Täter:innenarbeit ist Opferschutz

Den Täter:innen helfen – da sträubt sich in dir vielleicht innerlich alles. Warum sollte man denen helfen, die etwas „Böses“ getan haben? Sollten wir uns darauf konzentrieren, den Geschädigten zu helfen? Jein. Wenn wir Täter:innen helfen, die Muster zu durchbrechen, Strategien zur Gewaltvermeidung zu lernen, dann ist das letztlich Opferschutz. Das betonen Sozialpädagogin Susanne Scharch und Psychologe Felix Ter-Nedden, die für die Umsetzung der neuen Fachstelle „Respekt“ zuständig sind. Sie wurde in Kooperation vom Verein Treffpunkt (Jugend- und Straffälligenhilfe) und dem Arbeitskreis Resozialisierung der Stadtmission Nürnberg ins Leben gerufen und beginnt im Oktober mit der Arbeit.

Die Täter:innen kommen entweder freiwillig oder aufgrund der Auflage vom Gericht. Erst gibt es mindestens drei Einzelsitzungen, dann folgen 25 Gruppentermine. Dabei lernen die Täter:innen unter anderem, Verantwortung für ihre Taten und die Perspektive der/des Geschädigten zu übernehmen. Die Tat wird zum Beispiel in Rollenspielen rekonstruiert. Aber es geht auch um Kommunikation, Stressbewältigungsmethoden und Strategien, um zukünftig Gewalt zu vermeiden. Außerdem setzen sich die Gruppen mit Männer- und Frauenbildern auseinander.

Es geht also ans Eingemachte: Die Teilnehmer:innen müssen sich mit ihren Taten und den Gründen dahinter wirklich beschäftigen – und das kann durchaus schmerzhaft sein. Eines ist dem Team allerdings wichtig: „Wir verurteilen die Tat, aber nicht den Täter“, sagt Susanne Scharch. „Wenn wir Täter:innen nur klein machen und sie als böse hinstellen, steigt die Rückfallwahrscheinlichkeit eher“, betont Felix Ter-Nedden. Deshalb sei es im Gegenteil wichtig, einen gesunden Selbstwert zu stärken.

Was du tun kannst, wenn du partnerschaftliche Gewalt beobachtest

Wir haben uns jetzt viel mit Geschädigten und Täter:innen beschäftigt. Dabei gibt es noch eine dritte wichtige Gruppe: die Zeug:innen. Die Freundin hat immer wieder auffällige blaue Flecken? Aus der Nachbarwohnung ist ständig Geschrei, Weinen und Geschepper zu hören? Der Kumpel wird von seiner Freundin mehrfach öffentlich richtig übel heruntergeputzt? Was kannst du tun, wenn du das Gefühl hast: Hier ist Gewalt im Spiel? Darüber hat sich auch die Frauenberatung Nürnberg Gedanken gemacht und das neue Projekt „Aufeinander achten“ ins Leben gerufen – erst mal nur im Stadtteil Gostenhof. Geplant sind offene Treffs, bei denen Interessierte sich genau darüber informieren können, aber auch Gespräche mit wichtigen Multiplikatoren wie Pfarrern und Imamen, um auch sie für das Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren.

„Wenn du befürchtest, dass eine Freundin Gewalt in ihrer Partnerschaft erlebt, ist es wichtig, sie nicht unter Druck zu setzen. Das führt in vielen Fällen zum Kontaktabbruch“, warnt Sabine Böhm. Stattdessen: die eigenen Beobachtungen schildern, ganz ohne Erwartung daran, dass das Gegenüber reagiert oder sich sogar trennt. Zum Beispiel könnte man sagen: „Aus meiner Perspektive ist es nicht okay, wie das bei euch läuft. Wenn du meine Unterstützung brauchst, bin ich für die da.“ Das Gleiche gilt natürlich auch für potenzielle männliche oder nichtbinäre Geschädigte.

Was hätte dir geholfen, Dani G.?
„Ich denke, ich persönlich hätte mehr „Schütteln“ gebraucht. Hätte ich nicht immer leugnen können, dass er mich schlägt, wäre ich wohl früher gegangen. Ich denke, mein bester Freund hätte die Chance gehabt. „Du, diese Woche klappt schwimmen nicht, weil xy“ – „Du Dani, zeig mir mal deinen Rücken. Mhm. Vielleicht willst du mit mir reden, ich denke, wir finden da ne Lösung.“
Es hätte auch geholfen, neutral zu sein. Ich WUSSTE, dass ihn alle blöd finden. Umso heftiger musste ich ihn verteidigen. Das schlimmste war die Besserwisserei danach. „Hab’s ja gleich gesagt“. Das war gar nicht hilfreich.“

Wer befürchtet, dass es bei den Nachbarn knallt, kann natürlich immer die Polizei rufen. Die Beamt:innen trennen die beteiligten Personen, verschaffen sich einen Überblick über die Lage und vermitteln die oder den Geschädigten auf Wunsch an eine Beratungsstelle. Außerdem können sie Täter:innen der gemeinsamen Wohnung verweisen, ein Kontakt- und Näherungsverbot aussprechen oder Gefährder:innen in Gewahrsam nehmen. Es ist auch möglich, dass die Beamt:innen Geschädigte sofort ins Frauenhaus bringen.

Signalisiere, dass du etwas mitbekommst

Wer sich traut, kann aber bis zum Eintreffen der Polizei auch selbst aktiv werden: „Man kann an der Tür klingeln oder klopfen oder zum Beispiel im Treppenhaus oder vom Balkon aus rufen „Ruhe da drüben, was soll der Lärm?“ So signalisiert man auch, dass andere das Geschehen durchaus hören“, sagt Sabine Böhm. Wichtig: Immer nur das tun, womit du dich selbst wohl und sicher fühlst.

Wer die Nachbarin selbst ansprechen möchte, sollte vorsichtig sein: Betroffene neigen zu Abwehrstrategien. „Vielleicht kannst du sie einfach mal zum Kaffee zu dir einladen und mit ihr plaudern“, rät Sabine Böhm. Wer sich nicht sicher ist, kann auch klingeln und der Betroffenen einen Flyer der Frauenberatung in die Hand drücken mit den Worten: „Die verteile ich gerade im Haus.“ Das ist unverfänglich und gibt der potenziell Geschädigten die Möglichkeit, ihr Gesicht zu wahren.

Appell an die Männer

Sehr hilfreich ist aus Sicht von Sabine Böhm, wenn Männer ihre Freunde auf problematisches Verhalten ansprechen: „Wenn etwa ein Mann respektlos mit seiner Frau umgeht, wäre es super, als Freund zu sagen: „Puh, so würde ich aber nicht mit meiner Frau reden. Finde ich nicht okay.“ Das kann viel bewirken, weil es einen ganz anderen Stellenwert hat, wenn ein anderer Mann so etwas sagt.“

Fragen von Euch, Lokalblog-Pionier:innen

Wie viele Frauenhäuser bräuchte es für Nürnberg, um jeder Geschädigten zu jeder Zeit Schutz gewähren zu können?
„Aus meiner Erfahrung sind es zu wenige – wir sind ganz oft voll belegt“, sagt Steffi Walter von der Beratungsstelle des Frauenhauses Nürnberg. In Nürnberg gibt es neben dem unabhängig finanzierten Frauenhaus mit 18 Zimmern noch das Haus Hagar der Caritas mit 10 Plätzen.
Ein großes Problem: Es gibt für viele Gruppen keine oder nur unzureichende Angebote. Frauen mit körperlicher Behinderung etwa, Frauen mit älteren Söhnen und psychisch erkrankte oder Frauen mit Suchtproblem. Auch trans Frauen lehnte das Frauenhaus bisher ab. Doch dafür scheint es nun eine Lösung zu geben: „Wir planen, bei entsprechenden Anfragen Ferienwohnungen zu mieten“, sagt Steffi Walter. Trotzdem gibt es für trans und nichtbinäre Personen noch viel zu wenig Beratungs- und Schutzmöglichkeiten.

Wie sollte ein Frauenhaus organisiert sein, damit die Intimität der „halben“ Familie gewahrt bleibt?
„Wenn es eine Wunschlotterie gäbe, würden wir unser Frauenhaus heute sicher anders bauen“, sagt Steffi Walter. Tatsächlich hat zwar jede Frau (plus eventuelle Kinder) ein eigenes Zimmer, die Bewohnerinnen müssen sich aber zu zweit ein Bad teilen. „Das kann auch Vorteile haben, weil man sich gegenseitig unterstützen kann. Aber dafür muss natürlich die Chemie stimmen.“

Können professionell ausgebildete Männer in Frauenhäusern bewusst „eingesetzt“ werden, damit Kinder einen neuen Umgang und die Scheu vor Männer verlieren? Falls ja, wie?
Das Frauenhaus arbeitet mit anderen Einrichtungen zusammen, die zum Besipiel von Männern geleitete Workshops anbieten. So bleibt das Frauenhaus ein Schutzraum für die Frauen, gleichzeitig haben die Kinder eine Chance auf positive männliche Vorbilder.

Hier findest Du Hilfe:

Wenn du selbst Gewalt erfahren hast, findest du Hilfe bei der Frauenberatung Nürnberg beziehungsweise der Beratung gegen Häusliche Gewalt an Männern.

Du musst einfach nur weg und weißt nicht wohin? Im unabhängigen Frauenhaus Nürnberg und im Frauenhaus Hagar der Caritas findest Du Unterschlupf. Männer können sich an das Caritas-Haus „Riposo“ wenden.

Wer selbst Gewalt innerhalb einer Partnerschaft ausübt oder Angst hat, dass es dazu kommen könnte, findet Unterstützung bei der Gewaltberatung Nürnberg und der neuen Fachstelle für Täter:innenarbeit häuslicher Gewalt, „Respekt“.

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